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Erklärung der Fachbegriffe

Um die bei der Erklärung der unterschiedlichen Klebstoffe verwendeten Fachbegriffe besser zu verstehen, sind einige dieser Spezialausdrücke hier etwas detaillierter beschrieben:

2-Komponentenkleber
Definition:

Dieser Kleber besteht aus dem Basismaterial = Harz und einem Härter. Durch das Zusammenmischen beider Komponenten wird der Kleber reaktiv und härtet dann aus.

Abbinden
Definition:
Abbinden

Verfestigung des Klebstoffes (Aushärtung) durch physikalische oder chemische Prozesse

Abbindezeit
Definition:
Abbindezeit

Zeitspanne, in der der Klebstoff sich vom flüssigen in den festen Zustand verändert und die erforderliche Festigkeit erreicht.

Ablüftzeit
Definition:
Ablüftzeit

Kontaktklebstoffe müssen vor dem Verkleben, also dem Zusammendrücken der Fügeteile ablüften. Darunter ist das Ausdunsten der im Klebstoff enthaltenen Feuchtigkeit (Wasser oder Lösungsmittel)  zu verstehen. Die Fügeteile dürfen erst dann zusammengedrückt werden, wenn die Feuchtigkeit aus der Klebefläche entwichen (verdunstet) ist. Das ist besonders bei Verklebungen wichtig, die mit feuchtigkeitsundurchlässigen Fügeteilen
(Metallic- oder Kunststofffolien etc.) überdeckt (verklebt) werden.

Adhäsion
Definition:
Adhäsion

Bindekräfte zwischen den Fügeteilen und dem Klebstoff.

Aerobe
Definition:
Aerobe Klebstoffe

Darunter sind Klebstoffe zu verstehen, bei denen der Sauerstoffgehalt in der Luft für die Aushärtung sorgt.

Anfangshaftung
Definition:

Abbindezeit des Klebers, um die Fügeteile zusammenzuheften. Während dieser Zeitspanne können die Klebeteile noch verschoben, also justiert werden.

Anpressdruck
Definition:

Zahlreiche Klebstoffe bewirken erst dann eine Verbindung, wenn sie fest zusammengedrückt werden. Der Anpressdruck ist oft wichtiger als die Aushärtezeit.

Anwendungsbreite
Definition:

Ein Produkt kann für eine Anwendung verwendet werden.
Meistens bieten sich parallel noch weitere Alternativen, sodass das Material noch vielseitiger eingesetzt, bzw. verwendet werden kann. In diesem Fall spricht man von der Anwendungsbreite,
die damit die Vielseitigkeit diese Produktes kennzeichnet.

Dispersion
Definition:

Die in eine Klebeflüssigkeit eingearbeiteten – mindestens zwei ungelösten Stoffe, die sich nicht oder kaum ineinander lösen oder chemisch miteinander verbinden.

Dispersionsklebstoff
Definition:

Darunter versteht man eine mit einem Feststoff vermischte Flüssigkeit. Bei Dispersionsklebstoffen besteht das Bindemittel aus einem Kunstharz, das nicht in Wasser gelöst, dafür dispergiert, darin also sehr fein verteilt ist.  Dispersionsklebstoffe sind meistens auf der Basis von Polyvinylacetat (= PVAc), Copolymeren oder Polyacrylat aufgebaut. Sie werden auch als Leim oder Weissleim bezeichnet.  

Endfestigkeit
Definition:

Der fertig ausgehärtete Kleber entwickelt eine maximale Festigkeit, die als Endfestigkeit mit Quadratzentimeter (N/cm2) angegeben wird. 

Endhärte
Definition:

Der fertig ausgehärtete Kleber entwickelt eine maximale Festigkeit, die als Endfestigkeit mit Quadratzentimeter (N/cm2) angegeben wird. 

Fixieren
Definition:

Darunter wird das Zusammenhalten der Fügeteile (Klebeteile) verstanden, was mittels Klammern, Schraubzwingen oder dem vorübergehenden Festhalten mit Nägeln oder Schrauben geschieht.

Fügeteil
Definition:

Das Zusammenkleben geschieht immer durch das Verbinden von zwei Gegenständen, die hier als Fügeteile bezeichnet werden.

Glutinleim
Definition:

Natürlicher Leim, der aus tierischen Abfällen aus der Haut oder den Knochen hergestellt wird (z. B. Fisch-, Hasen-, Haut-, Knochen- oder Lederleim).

Grundstoff
Definition:

Darunter ist der Hauptbestandteil einer Chemikalie zu verstehen, die wesentlich die Eigenschaft des Klebstoffes bestimmt. Das ist beispielsweise bei einem biologischen Klebstoff die darin enthaltene Stärke.

Haftkleber
Definition:

Permanent haftender Kleber, der auf glatten Flächen anhaftet, wieder abgezogen und woanders neu aufgeklebt werden kann.

Härter
Definition:

So wird die 2. Komponente eines 2-Komponentenklebers genannt, der zusammen mit der 1. Komponente, also dem Härter die gemischte, reaktive Klebesubstanz ergibt.

Harz
Definition:

Grundelement eines 2-Komponentenklebers, das mit der 2. Komponente, dem Härter vermischt wird.

Heisskleber
Definition:

Diese Klebstoffe, die auch als Heiss- oder Schmelzklebstoffe bekannt sind, sind lösungsmittelfrei und verändern ihre üblicherweise feste Konsistenz durch das Erhitzen. Sie werden dann flüssig. In diesem Zustand zeigt der Klebstoff seine Klebewirkung, die auch dann, wenn der Klebstoff wieder kalt geworden ist, bestehen bleibt.

Im Gegensatz dazu gibt es Kaltklebstoffe, die üblicherweise als Spezialklebstoffe für das Verkleben von Dachpappen etc. verwendet werden. Normalerweise ist unter diesem Begriff ein Klebstoff zu verstehen, der bei normaler Zimmertemperatur (20 °C) verarbeitet werden kann.

Indikator
Definition:

Durch das Aushärten einer Klebeflüssigkeit  verändert sich das Aussehen. Bei den meisten Klebstoffen wird der weisse Klebstoff transparentfarbig. Dabei zeigt der Farbwechsel eine chemische Reaktion, die als Indikator bezeichnet wird.

Kaseinleim
Definition:

Der Leim wird aus der zu Magerquark veränderten Milch, also dem Kasein hergestellt. Dabei handelt sich um einen natürlichen Leim, der wasserbeständig und hitzefest ist. Er ist als Hauptbestandteil in Holzleimen enthalten.

Klebefläche
Definition:

Das ist die mit dem Kleber zu beschichtende Fläche.

Klebefuge
Definition:

Damit ist der Zwischenraum zwischen den Fügeteilen gemeint, der zum Verkleben mit dem Klebstoff ausgefüllt werden muss.

Klebeschicht
Definition:

Die Menge (Schichtdicke) des benötigten Klebers, die auf einer Fügestelle zum Verkleben aufgetragen werden muss.

Klebstofffilm
Definition:

Die dünne Klebeschicht, die beispielsweise bei einem Haftkleber zum Verkleben einer Metallfolie erforderlich ist, wird auch als Klebstofffilm oder Klebefilm bezeichnet.

Kleister
Definition:

Kleister sind Klebstoffe die aus nachwachsenden Rohstoffen aus wässrigen Quellprodukten aus Stärke oder organischen Celluloseester hergestellt werden.

Kohäsion
Definition:

Darunter wird die Bindeschicht innerhalb der Klebstoffschicht verstanden.

Kontaktklebezeit
Definition:

Die offene Zeit (Zeitspanne) eines Kontaktklebers (1-Komponentenkleber), in der zwei scheinbar trockene Kleberschichten noch miteinander verbunden werden können.

Lagerfähigkeit
Definition:

Darunter ist die Zeitspanne für einen Klebstoff zu verstehen, wie lange er haltbar (gebrauchsfähig) ist. Wie jedes Produkt unterliegen auch Klebstoffe einem Alterungsprozess, weshalb für diese Produkte nur eine begrenzte Haltbarkeitszeit zugrunde gelegt wird. Die Zeitspanne der Lagerfähigkeit beginnt mit dem Herstellen des Produktes und endet mit der nutzungsgerechten Verwendbarkeit, da das Produkt sich nach Ablauf dieser Frist zersetzen oder sonstwie unbrauchbar werden kann.  

Leim
Definition:

Ursprüngliche Bezeichnung für wässrige Klebstoffe, die auf Eiweissbasis (Gluten), aus tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Grundstoffen hergestellt werden, z. B. Knochen, Milch (Kasein). Daraus entstehen gummiartige, elastische Klebstoffe.

Lösungsmittel
Definition:

Synthetische Flüssigkeiten, die als Bindemittel in Klebstoffe mit eingemischt werden und dafür sorgen, dass diese gut verarbeitet werden können. Da sie schnell verdunsten, bewirkt das, dass der Klebstoff schnell aushärtet.

Mischungsverhältnis
Definition:

Zwei-Komponentenklebstoffe bestehen in der Regel aus dem Kleber als Basismaterial und werden, damit sie reaktiv sind, mit einem Härter vermischt. Dazu müssen beide Komponenten in einem bestimmten Verhältnis miteinander vermischt werden, was als Mischungsverhältnis angegeben wird.

Nassklebezeit
Definition:

Damit wird die Klebezeit für Klebstoffe angegeben, innerhalb  
diese nach dem Auftragen auf die Fügeteile verklebt werden müssen.

Offene Zeit
Definition:

Damit wird die Verarbeitungszeit angegeben, die nach dem Auftragen des Klebstoffes auf eine Klebefläche noch zur Verfügung steht, um die Verklebung zeitgerecht durchführen zu können. Sie ist bei solchen Klebstoffen wichtig, aus denen vor dem Gebrauch erst die darin enthaltene Feuchtigkeit verdampfen muss.

Polymere
Definition:

Die künstlichen Klebstoffe sind - in gehärtetem Zustand - Polymere. Sie sind mit den Kunststoffen eng verwandt und werden deshalb für das Herstellen künstlicher Klebstoffe. z. B. als Copolymere verwendet.

Polymerisation
Definition:

Bei der Polymerisation verbinden sich kleine Moleküle (Mono-
mere). Daraus entstehen Riesenmoleküle deren Zusammensetzung sich dadurch nicht verändert hat.

Polyurethaneleim
Definition:

Dieser Leim gehört heute zu den modernsten Kompositionen und wird oft als PUR-Leim bezeichnet. Er ist wasserfest und verklebt neben Holz auch alle anderen klebbare Materialien.

Polyvinylacetat
Definition:

Die Abkürzung davon ist PVA. Daraus wird eine Kleberdispersion hergestellt, die in vielen Klebstoffen, speziell Holzklebern
(z.B. Weissleim) enthalten ist.

Tempern
Definition:

Darunter versteht man einen Aushärteprozess, der durch
Wärmeeinfluss abläuft. Durch die Wärmezufuhr reagieren zahlreiche Kunststoffe, bzw. erhärten einige Klebstoffe schneller. Unter dem Begriff tempern wird auch eine unter Wärmeeinwirkung durchgeführte schnellere Härtung verstanden, die dann als
wärmehärtend bezeichnet wird.

Topfzeit
Definition:

Das ist die Zeitspanne vom Beginn des Mischens eines 2-Komponentenklebstoffes bis zum Gelieren, bzw. Aushärten. Mit der Topfzeit wird die Zeitspanne genannt, die für die Verarbeitung dieses Produktes zur Verfügung steht., weil es danach aushärtet.