Das CC-Silikon-SystemDas CC-Silikon-System

Das CC-Silikon-System

Im Mittelpunkt der Formherstellung steht das Modell. Dafür eignet sich fast jedes Objekt. In der Regel wird dafür ein Gegenstand „das Abformmodell“, angefertigt. Das erfordert künstlerisches oder handwerkliches Geschick, weil es für dieses manuelle Anfertigen verschiedene Möglichkeiten gibt:

  • Modellieren mit einer Modellier- oder Knetmasse
  • Schnitzen in Holz oder Wachs
  • Herausmeißeln der Skulptur aus Speckstein oder Gips
  • Montieren und Gestalten mit Holz, Glas, Styropor, Pappe, Kunststoff oder Metal

Die Methoden sind bekannt, die Technik nicht neu. Scheinbar hat sich seit eh und je nichts verändert, da selbst die älteste Technik der Formherstellung, das Wachsausschmelzverfahren, heute noch genau so wie vor vielen Hunderten von Jahren praktiziert wird. (Das Wachsausschmelzverfahren wurde erstmals im 4. Jahrhundert vor Chr. in Ägypten angewendet). Diese Methode ermöglicht das Herstellen eines Replikats in einer verlorenen Form*. Ein Verfahren, das auch heute noch im künstlerischen Glasschmelzbereich beim Pâte de Verre und Bronzeguss die Machart Nr. 1 darstellt.

Trotz durchdachter Technik, raffinierter Werkzeuge und moderner Hilfsmittel ist es immer noch nicht möglich, ein vergleichbares, genauso kostengünstiges Verfahren im Bereich der Produktentwicklung anzuwenden. Das ist besonders für das Prototyping zu erwähnen, wo nach dem Herstellen des ersten Modells ein Replikat für die praktische Erprobung gegossen oder nach dem neuesten Stand der Technik mit einem 3D-Drucker „gedruckt“ wird. Allerdings reicht auch das noch nicht aus. Im Anschluss daran wird meistens noch etwas verändert, verbessert und weiter entwickelt. Erst danach ist es möglich, mit diesem Reproduktionsmodell erste Erprobungsversuche zu machen, was in der Regel weitere Modelländerungen erforderlich macht und zur Folge hat, dass anschließend ein weiteres Erprobungsmodell hergestellt werden muss, mit dem neue Versuche gemacht werden...

- alles nach der bekannten Methode „learning by doing“.

Das ist nur ein kleines Beispiel für die Vielfältigkeit einer formbautechnischen Anwendung, die oftmals schneller zu realisieren ist, als theoretische Berechnungen oder Computersimulationen (Rapid Prototyping). Das greifbare, direkt vorliegende Modell ist auch für Nichtfachleute verständlich. Es ist anschaulich, begreifbar und kann aus allen Blickwinkeln betrachtet, praxisnah getestet werden. Das ist wichtig, für Entwicklungskriterien wie Technik und Funktion, so auch auch Ästhetik, Handhabung und Design.

Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Herstellung einer benötigten Form zeitlich schnell und ohne großen technischen Aufwand gemacht werden kann. Das setzt voraus, dass das dafür zur Verfügung stehende Abformmaterial mitsamt dem Zubehör so universell verwendbar ist, dass daraus ohne große Vorkenntnisse schnell eine voll funktionsfertige Form angefertigt werden kann.

Auf diesen Kriterien baut das System der CREARTEC-Formbautechnik auf. Es besteht im Wesentlichen aus vier unterschiedlichen Silikonen, die alle mit- und untereinander vermischt und kombiniert werden können. Ergänzt wird dieses einzigartige Werkstoffprogramm mit dem zusätzlich dafür entwickelten Zubehör eines Baukastensystems, mit dem die vorbereitete Formbaumasse außerdem noch individuell verändert und verarbeitungsgerecht eingestellt werden kann, damit sie für die vorgesehene Anwendung genau die richtige Funktion erfüllt:

  • Die Aushärtezeit kann verkürzt oder verlängert werden
  • Die Viskosität des Silikons ist veränderbar. Es kann dünnflüssiger, fließfreudiger oder dicker eingestellt werden, zusätzlich kann es thixotropiert, also tropffest oder spachtelzäh gemacht werden.
  • Die Silikone sind untereinander mischbar. Dadurch entsteht ein elastisches, zähelastisches, festes, extrem formstabiles oder hochelastisches Abformmaterial
  • Aus einem starren, temperaturbeständigen Silikon kann ein flexibles, elastisches Abformmaterial für die Herstellung von Zinnfigurenformen zum Ausgießen mit niedrigschmelzenden Metallen selbst hergestellt werden.

*Verlorene Form: Das Modell wird aus Wachs hergestellt und mit einem Gips-Sand-Gemisch (HGF-Hot-Glass-Formgiessmasse, 56 102) um-
mantelt. Danach wird die Form stark erhitzt, was zur Folge hat, dass das Wachs daraus fliesst, gleichzeitig heisse Bronze oder geschmolzenes
Glas darin einfließt. Nach dem Abkühlen und Erhärten des Bronze-/Glas-Formteils wird die äussere Formhülle zerstört, was die Funktion einer verlorenen Form erfüllt.

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